In „meiner Traumkirche“ leben, feiern und leiten Menschen

Wie kannst du als junge, moderne, offene Frau bei der Kirche arbeiten?


Eine Frage, die ich oft höre und mir auch immer wieder selbst stelle. In meinem alltäglichen TUN, fühle ich mich als Frau in der Kirche sehr wohl. Aber strukturell und öffentlich muss sich einiges ändern. Und das, glaube ich, geht am Besten von „innen“. Meine Stelle als Jugendleiterin in der Region St.Pölten schafft mir einen persönlichen Spielraum. In unserer jungen Gemeinde „Sankt“, bin ich quasi Gemeindeleiterin. Kann (Wort-) Gottesdienst feiern, von meinem Glauben und Gott erzählen und andere befähigen das auch zu tun. Kann Menschen zuhören, wenn sie alles loswerden, was ihnen auf der Seele liegt. Kann sie in Trauer und Freude begleiten. Kann sie erleben lassen, dass es mehr gibt, als man sehen kann und mit ihnen über ihre Zweifel sprechen. Kann kritisch denken und meine Gedanken äußern.
Ich kann als Frau in der Kirche eigentlich sehr viel tun.


Aber dann gibt es noch die andere Seite: Vor ein paar Wochen hat die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Münster von Bischof Felix Genn die Einführung
von Laienpredigten in katholischen Messfeiern gefordert. Zuerst hab ich mir gedacht: „Bitte in was für einer Zeit leben wir, dass man sowas fordern muss?“ Der 2. Gedanke war: „Ooops, bei uns (Diözese St.Pölten) ist das ja auch nicht erlaubt höchstens geduldet unter bestimmten Voraussetzungen und es ist dann keine Predigt, sondern ein Glaubenszeugnis.“ UND was ich noch viel erschreckender finde, es fordert ja nicht einmal wer. Es wird meiner Meinung nach in der Öffentlichkeit gar nicht darüber diskutiert. An manchen Orten ist es schon üblich und ich bin oft überrascht wie auch in unserer Diözese Laien, Frauen und Männer feiern, predigen, leiten – oft weil halt kein Pfarrer mehr da ist, der das tun könnte.

Ich habe 2 Hoffnungen:

1.Wünsche ich mir, dass das auch erlaubt, gewünscht, gewollt ist.
Und 2. Dass sich die Art der Diskussion bzw. des Handlungsanlass verändert. Weg vom „wegen des Priestermangels muss es halt so sein“ Hin zu einem „weil Frauen, Männer und nicht-binäre Personen Talente und Fähigkeiten haben und eine Berufung spüren, soll sich etwas ändern.“
In „meiner Traumkirche“ leben, feiern und leiten Menschen – Männer und Frauen, Junge und Alte, Geweihte und Nicht-Geweihte, weil sie sich von Gott geliebt wissen und spüren, dass sie diesen Glauben auch an andere weitergeben wollen und können.

Magdalena Ganster, Jugendleiterin Region St.Pölten

3 Kommentare

  1. Für mich, geht es mit meinem Gottesbild und Jesusbild nicht mehr zusammen, dass es eine Trennung in den Aufgaben, Ämtern und Weihen zwischen Männern und Frauen gibt. Das Leben in unserer Pfarre wird ganz wesentlich von den Frauen mitgeprägt. Ich leite seit 24 Jahren die Pfarre und Wortgottesdienstleiterinnen, die selbstverständlich auch predigen, hat bereits mein Vorgänger eingeführt. Ich bin sehr dankbar dafür, denn gerade diese frauliche Seite ist für unsere Gottesdienste und die Glaubensvermittlung sehr wichtig. Von daher wäre für mich eigentlich selbstverständlich, dass das Weiheamt auch für Frauen offenstehen müsste. Mir ist schon bewusst, dass es nicht einfach ist eine so lange Tradition der nur männlichen Amtsträger zu beenden. Ich würde mir da vor allem mehr Mut und Einsatz von den Bischöfen wünschen.

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  2. Sie haben ja so recht! Ich wünsche mir für viele Gläubige, dass wir nicht nur vor Verfolgung sondern auch vor „Sich-Fremdschämen“ geschützt werden!

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