Die Kirche unsrer Träume wird es niemals geben, wenn wir enttäuscht und mutlos einfach gehn…

Ich lebe jetzt mit Dir seit 58 Jahren  
Und immer wieder hab ich mich seither gefragt 
Was ist es eigentlich, das ich da suche  
Wo mir so vieles bei Dir nicht behagt. 

Du bist ein Ort wo Menschen suchend sich begegnen
Die Sehnsucht spüren nach der Tiefe und nach Sinn 
Sie tragen Hoffnung, Ängste und Verzweiflung 
Und manchmal auch die Trauer zu Dir hin. 

Ich finde bei Dir Menschen die mein Herz berühren 
Die Freunde und auch Heimat für mich sind
Sie lassen mich die Nähe Gottes spüren 
Und zeigen Wege mir, für die ich blind.

Doch seh‘ ich auch wie vieles unbeweglich 
So manches ausgrenzend und unbarmherzig ist
Wo alte Männer mit erstarrten Mienen 
bestimmen, ob Du da willkommen bist. 

So werden heute auch wie vor 2000 Jahren 
Die Regeln wieder über Menschenwohl gestellt
Und schnell wird statt sie lieber aufzurichten 
Ein Urteil über die Gescheiterten gefällt. 

Und welcher Hochmut treibt die Kirche zu verzichten
Auf die Talente und die Weisheit vieler Frau’n
Wir werden diese Arroganz noch büßen 
Wenn wir nicht Kirche für die Zukunft bau‘n. 

Was hält mich also noch in dieser Kirche
Was ist es, das mich weiter an sie bind‘t?
Es ist zuletzt doch auch nur die Erkenntnis,
dass ich, – wir alle-, Kirche sind.

So lasset uns alle, die wir Veränd‘rung wollen 
Auch dafür eintreten, wo wir gerade steh‘n
Die Kirche unsrer Träume wird es niemals geben
Wenn wir enttäuscht und mutlos einfach geh‘n…

Jutta Korosec ist Ärztin und lebt in der Pfarre Perchtoldsdorf

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